DER ADLER / BERLINER WOCHE 23.10.2019

 

Wohnen und Einzelhandel in vier architektonisch unterschiedlichen Gebäuden – dazwischen ein Ort der Ruhe mit viel Grün für alle Adlershofer: Die Planung für das Grundstück der Marktpassagen wird immer detaillierter.

 

Das renommierte Berliner Büro „PA GmbH Pätzold Architekten“ erarbeitet zurzeit die Vorentwurfsplanung für das rund 12.000 Quadratmeter große Areal. „Entsprechend der Bedeutung des Grundstückes für den gesamten Ortsteil Adlershof, soll eine spannende und gleichzeitig rücksichtsvolle Bebauung entstehen, die sich rund um einen Freiraum anordnet, der nicht mit dem Marktplatz konkurrieren soll“, erklärt Svende Albrecht, zuständige Mitarbeiterin im Fachbereich Stadtplanung des Bezirksamtes Treptow-Köpenick.

Entstehen sollen vier Gebäude um einen Quartiersplatz: „Das Besondere sind die kreuzenden Wegebeziehungen, die sich innerhalb der Fläche ergeben“, so Christopher Pätzold, Geschäftsführer des Architekturbüros. Aus vier Richtungen kann der Zugang, wie gehabt zum Quartier erfolgen. Die Höhe der vier Gebäude variiert zwischen zwei und vier Geschossen (teilweise mit zusätzlichem Staffelgeschoss) und orientiert sich an den Häusern der Umgebung. „Richtung Osten wird der Baukörper beispielsweise treppenartig bis auf zwei Geschosse reduziert“, sagt der Architekt.

Als Ergänzung zum quirligen Marktplatz ist der geplante Quartiersplatz ein Ort der Ruhe und für alle Adlershofer nutzbar. „Mit einem ökologischen Schwerpunkt soll mehr Flora in den Kiez einziehen“, macht Christopher Pätzold deutlich. Auf der Grundlage eines ausgeklügelten Grünkonzeptes wird es viele offene Flächen und wenig versiegelte Bereiche geben.

Im Erd- und teilweise im Untergeschoss der architektonisch unterschiedlich gestalteten Gebäude sind Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen vorgesehen wie unter anderem Gastronomie, ein Café und eine Apotheke. Für einen großen Nahversorger werden rund 2.000 Quadratmeter freigehalten. Insgesamt sieht das Konzept für den Einzelhandel rund 6.000 Quadratmeter vor.

Zudem sind mindestens 200 Wohnungen geplant. „Wir analysieren derzeit, ob wir mehr kleine oder eher größere für Familien anbieten“, berichtet der Architekt. Fest steht bereits: 30 Prozent werden als mietpreis- und belegungsgebundener Wohnraum angeboten.

Geprüft werde ebenso, ob eine Kita in einem der neuen Gebäude integriert werden kann. Dafür sind noch Abstimmungen mit dem Bezirk und dem Eigentümer notwendig.

Architekt Pätzold lobt „die sehr sach- und zielbezogene Zusammenarbeit mit dem Bezirk und das gemeinsame Ziel, die planungsrechtlichen Grundlagen für die Umsetzung des Projektes zu schaffen.“

Gegenwärtig gibt es noch grundlegenden Klärungsbedarf bezüglich der Erschließung des Grundstücks. Die Abstimmungen sind Gegenstand des laufenden Bebauungsplanverfahrens. Parallel wird die frühzeitige Behördenbeteiligung vorbereitet. „Es ist geplant, das Bebauungsplanverfahren 9-66 als vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf Grundlage eines abgestimmten Konzeptes weiterzuführen“, macht Svende Albrecht deutlich. Sobald diese Schritte erfolgt sind, wird es eine weitere öffentliche Infoveranstaltung geben.

Christopher Pätzold wagt eine vorsichtige Prognose und hofft, dass 2024 das Grundstück fertig bebaut ist.